Nicht jeder Bankumsatz passt genau zu einer Kategorie oder einem Beleg. Mit dem Teilabgleich ordnest du einen Bankumsatz in mehreren Schritten zu, z. B. wenn ein Einkauf mehrere Kategorien betrifft oder du mehr Geld erhalten hast, als im Beleg steht. Hier erfährst du, wie du einen Bankumsatz aufteilst und Überzahlungen mit oder ohne Rückerstattung verbuchst.
Wann brauche ich den Teilabgleich?
Den Teilabgleich brauchst du immer dann, wenn ein Bankumsatz nicht mit einer einzigen Zuordnung aufgeht. Typische Fälle sind:
Mehrere Kategorien: Ein Bankumsatz betrifft mehrere Kategorien, z. B. Porto und Bürobedarf in einer Zahlung.
Überzahlung ohne Rückerstattung: Du hast mehr Geld erhalten, als im Beleg steht, und behältst den Mehrbetrag, z. B. weil eine Zahlung um ein Trinkgeld aufgerundet wurde.
Überzahlung mit Rückerstattung: Du hast mehr Geld erhalten, als im Beleg steht, und überweist den Mehrbetrag zurück, z. B. bei einer doppelten Zahlung.
Den Teilabgleich startest du unter Finanzen → Umsätze im Reiter Umsätze zuordnen. Dort stehen alle Bankumsätze, die noch nicht oder nur teilweise zugeordnet sind. Möchtest du Einnahmen und Ausgaben in einem Bankumsatz verrechnen, hilft dir der Artikel Verrechnung von Einnahmen und Ausgaben in einem Bankumsatz.
Bankumsatz auf mehrere Kategorien aufteilen
Einen Bankumsatz teilst du auf mehrere Kategorien auf, indem du jeden Teilbetrag einzeln zuordnest. So gehst du vor:
Öffne Finanzen → Umsätze und klicke auf den Reiter Umsätze zuordnen.
Klicke beim Bankumsatz auf Manuell zuordnen. Rechts öffnet sich das Fenster Umsatz zuordnen.
Klicke auf KATEGORIE WÄHLEN und wähle die erste Kategorie, z. B. Porto. Du kannst den Namen der Kategorie auch ins Feld Kategorie eingeben. Über das Symbol mit den drei Strichen und dem Pfeil rechts daneben öffnest du die erweiterte Suche.
Überschreibe im Feld Betrag in EUR den Betrag mit dem Teilbetrag für diese Kategorie, z. B. 50,00 €.
Klicke auf ZUORDNEN.
Der Bankumsatz ist jetzt teilweise zugeordnet. In der Spalte Zuordnung siehst du die Anzahl der Zuordnungen und den offenen Betrag, z. B. 1 Zuordnung und noch offen -150,00 €.
Klicke erneut auf den Bankumsatz. Im Fenster siehst du die bisherigen Zuordnungen und unten den Restbetrag.
Klicke auf WEITERE ZUORDNUNG. Im Feld Betrag in EUR steht bereits der Restbetrag.
Wähle die nächste Kategorie, z. B. Bürobedarf, und klicke auf ZUORDNEN.
Wiederhole die Schritte 6 bis 8, bis der Restbetrag 0,00 € ist. Dann ist der Bankumsatz vollständig zugeordnet: In der Spalte Zuordnung steht ein Haken mit der Anzahl der Zuordnungen, z. B. 2 Zuordnungen, und der Bankumsatz steht nicht mehr im Reiter Umsätze zuordnen, sondern nur noch im Reiter Alle Umsätze.
Überzahlung ohne Rückerstattung verbuchen
Hast du mehr Geld erhalten, als im Beleg steht, und behältst du den Mehrbetrag, verbuchst du die Überzahlung mit dem Teilabgleich. Das gilt, wenn du den Mehrbetrag weder zurücküberweist noch mit einer Folgerechnung verrechnest. Ein Beispiel: Zu einer Rechnung über 95,00 € erhältst du 100,00 €, weil die Zahlung um ein Trinkgeld aufgerundet wurde.
Öffne Finanzen → Umsätze und klicke auf den Reiter Umsätze zuordnen.
Klicke beim Bankumsatz auf Manuell zuordnen, wähle den passenden Beleg und klicke auf ZUORDNEN.
Weil die Beträge abweichen, öffnet sich Differenz festgestellt. Wähle Teilabgleich und klicke auf ZUORDNEN. Der Beleg gilt damit als bezahlt, der Mehrbetrag bleibt offen.
Klicke erneut auf den Bankumsatz und dann auf WEITERE ZUORDNUNG.
Klicke auf KATEGORIE WÄHLEN, wähle Sonstige Einnahmen und klicke auf ZUORDNEN.
💡 Tipp: Trage im Feld Notiz kurz ein, worum es bei der Überzahlung geht. So kannst du den Vorgang auch später oder bei Rückfragen deiner Steuerberatung nachvollziehen.
Überzahlung mit Rückerstattung verbuchen
Hast du mehr Geld erhalten, als im Beleg steht, und überweist du den Mehrbetrag zurück, verbuchst du die Überzahlung und die Rückerstattung über den Teilabgleich. Ein Beispiel: Zu einer Rechnung über 80,00 € erhältst du 100,00 € und überweist die 20,00 € zu viel zurück. Genauso gehst du vor, wenn du selbst zu viel überwiesen hast und den Mehrbetrag zurückerstattet bekommst.
Dafür brauchst du drei Zuordnungen:
Zuordnung 1: Den Betrag, der dir zusteht (80,00 €), ordnest du dem Beleg zu. Gibt es keinen Beleg, ordnest du ihn der passenden Kategorie zu.
Zuordnung 2: Den Mehrbetrag aus dem Zahlungseingang (+20,00 €) ordnest du der Kategorie Durchlaufende Posten zu.
Zuordnung 3: Die Rückerstattung (-20,00 €) ordnest du ebenfalls der Kategorie Durchlaufende Posten zu.
So gehst du vor:
Klicke im Reiter Umsätze zuordnen beim Zahlungseingang auf Manuell zuordnen, wähle den passenden Beleg und klicke auf ZUORDNEN.
Wähle unter Differenz festgestellt die Option Teilabgleich und klicke auf ZUORDNEN.
Der Mehrbetrag bleibt offen. In der Spalte Zuordnung steht 1 Zuordnung und noch offen 20,00 €.
Klicke erneut auf den Zahlungseingang und dann auf WEITERE ZUORDNUNG. Wähle über KATEGORIE WÄHLEN die Kategorie Durchlaufende Posten. Im Feld Betrag in EUR steht bereits der offene Betrag von 20,00 €. Klicke auf ZUORDNEN.
Klicke bei der Rückerstattung über -20,00 € auf Manuell zuordnen. Wähle über KATEGORIE WÄHLEN ebenfalls Durchlaufende Posten und klicke auf ZUORDNEN.
Danach sind beide Bankumsätze vollständig zugeordnet: der Zahlungseingang mit 2 Zuordnungen und die Rückerstattung mit 1 Zuordnung.
ℹ️ Warum Durchlaufende Posten? Der Mehrbetrag aus dem Zahlungseingang (+20,00 €) und die Rückerstattung (-20,00 €) landen beide in der Kategorie Durchlaufende Posten. Dort gleichen sich die beiden Beträge aus, der Saldo ist 0,00 €. So zählt die Überzahlung weder zu deinen Einnahmen noch zu deinen Ausgaben.
Ohne Beleg: Gibt es zum Zahlungseingang keinen Beleg, klicke im ersten Schritt auf KATEGORIE WÄHLEN statt einen Beleg zu wählen. Wähle die passende Kategorie und trage den Betrag ein, der dir tatsächlich zusteht, z. B. 80,00 €. Den Rest und die Rückerstattung ordnest du wie in Schritt 4 und 5 der Kategorie Durchlaufende Posten zu.
💡 Tipp: Trage im Feld Notiz kurz ein, warum du den Betrag zurücküberwiesen hast. So bleibt der Vorgang nachvollziehbar.
Der ganze Ablauf als Animation: Zuerst ordnest du den Beleg mit Teilabgleich zu. Dann ordnest du den Mehrbetrag und die Rückerstattung jeweils der Kategorie Durchlaufende Posten zu.
❓ Häufige Fragen zum Teilabgleich
Was bedeuten die Optionen unter Differenz festgestellt?
Was bedeuten die Optionen unter Differenz festgestellt?
Weicht der Betrag des Bankumsatzes vom Belegbetrag ab, fragt Lexware Office unter Differenz festgestellt, wie du mit der Differenz umgehen möchtest. Welche Optionen du siehst, hängt davon ab, ob du zu viel oder zu wenig erhalten hast.
Zu viel erhalten:
Mahngebühr: Lexware Office kategorisiert die Differenz als Einnahme bzw. Ausgabe.
Teilabgleich: Der Beleg gilt als bezahlt. Die Differenz bleibt als offener Betrag am Bankumsatz stehen, und du ordnest sie über WEITERE ZUORDNUNG zu.
Währungsumrechnung: Lexware Office kategorisiert die Differenz zum Tageskurs als Ausgabe bzw. Einnahme.
Zu wenig erhalten:
Skonto: Lexware Office kategorisiert den Preisnachlass als Erlös- bzw. Aufwandsminderung.
Teilabgleich: Der Beleg gilt als bezahlt, die Differenz bleibt als offener Betrag stehen.
Gebühr des Zahlungsverkehrs ohne Steuer: für Gebühren, die deine Bank z. B. für Kontoführung oder Kreditkartenabrechnungen direkt abbucht.
Gebühr des Zahlungsverkehrs mit Steuer: für Gebühren mit Steuer, z. B. von einem Zahlungsdienstleister.
Währungsumrechnung: Lexware Office kategorisiert die Differenz zum Tageskurs als Ausgabe bzw. Einnahme.
Wie mache ich einen Teilabgleich rückgängig?
Wie mache ich einen Teilabgleich rückgängig?
Einen Teilabgleich machst du rückgängig, indem du die Zuordnungen des Bankumsatzes auflöst. Klicke dafür auf den Bankumsatz und im Fenster auf ZUORDNUNGEN AUFLÖSEN. Danach ist der Bankumsatz wieder offen, und du kannst ihn neu zuordnen. Mehr dazu im Artikel Zuordnung auflösen.
