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Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

Was sind GWGs und wie erfasse ich sie in Lexware Office?

Verfasst von Diana

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) mit einem Netto-Anschaffungswert von bis zu 800 Euro darfst du im Jahr der Anschaffung vollständig als Betriebsausgaben ansetzen und so deinen Gewinn mindern.

Das bedeutet, dass du diese Kosten sofort und in voller Höhe steuerlich geltend machen kannst, ohne sie auf mehrere Jahre verteilen zu müssen.

Das ist keineswegs selbstverständlich: Die Anschaffungs- und Herstellungskosten größerer Anschaffungen müssen grundsätzlich auf die Nutzungsdauer verteilt werden.

Das heißt, dass bei teureren Wirtschaftsgütern, die einen Nettowert von 800 Euro übersteigen, ist es notwendig, die Kosten entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer aufzuteilen und jährlich nur einen Teil davon als Betriebsausgabe abzuziehen. Man nennt das die sog. Abschreibung für Abnutzung (AfA).

In diesem erfährst du alles wissenswerte rund um GWGs.


Der GWG-Check

  • Es handelt sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut z.B. Schreibtisch

  • Das Wirtschaftsgut ist selbständig nutzbar, d.h. es kann ohne andere Gegenstände funktionieren.
    Beispiel: Ein Multifunktionsgerät mit Kopierfunktion z.B. ist auch ohne PC oder Laptop nutzbar. Das trifft auf einen USB-Scanner nicht zu.

  • Wertgrenze der Anschaffungskosten: bis 800 € netto.
    Besonderheit bei umsatzsteuerfreien Unternehmen bzw. Kleinunternehmern.


Aktuelle GWG-Wertgrenze

Geringwertige Wirtschaftsgüter gehören zum Anlagevermögen eines Unternehmens. Die Anschaffungs-/Herstellungskosten oder der Einlagewert dürfen eine bestimmte Wertgrenze nicht übersteigen.

Die Wertgrenze für GWGs liegt bei 800 € Netto-Anschaffungskosten.

Beispiel:

Handykauf in Höhe von 950 EUR (Brutto inkl. 19% USt).

Das Handy ist ein GWG, da die Netto-Wertgrenze von 800,00 EUR nicht überschritten ist.

💡 Bei umsatzsteuerbefreiten Firmen und Kleinunternehmer werden Betriebsausgaben grundsätzlich mit den Bruttopreisen (=Betrag inkl. USt) berücksichtigt. Bei der Frage, ob ein Anlagegut als GWG gilt oder nicht, gelten jedoch auch hier die Netto-Wertgrenzen.

Bestimmung der Wertgrenze

Für die Berechnung der Wertgrenze sind also immer die Netto-Anschaffungskosten des Wirtschaftsguts entscheidend.

Dies bedeutet für umsatzsteuerbefreite Unternehmen und Kleinunternehmer, dass die Wertgrenze abhängig vom Umsatzsteuersatz der Anschaffung ist.
Die folgende Tabelle veranschaulicht dies übersichtlich für dich.

Das Unternehmen ist ...

umsatzsteuerpflichtig

umsatzsteuerbefreit oder nutzt die Kleinunternehmerregelung

Anschaffung bzw. Belegdatum

Betrag (Netto)

Betrag (Wertgrenze)

ab 01.01.2018

250,01 EUR bis 800 EUR

Wirtschaftsgut mit 19% USt:

297,51 EUR bis 952,00 EUR

Wirtschaftsgut mit 7% USt:

267,51 EUR bis 856,00 EUR

Wirtschaftsgut mit 0% USt:
250,01 EUR bis 800,00 EUR

Wirtschaftsgüter unter 250 EUR unterliegen nicht der Aufzeichnungspflicht und können direkt als Ausgabe - beispielsweise auf die Kategorie "Anschaffungen" - erfasst werden.

Selbstständig nutzbare Werkzeuge, die nicht mehr als 250 EUR (netto) pro Stück kosten, bezeichnet man als Werkzeuge und Kleingeräte. In Lexware Office werden diese unter der Kategorie "Kleinmaterial" erfasst.

Bei Updates und Anschaffungen von Software unter 250 EUR (netto) ist die Kategorie Lizenzen und Konzessionen zu verwenden.


Berechnung der Netto-Anschaffungskosten

Der Betrag rechnet sich wie folgt: Der Brutto-Preis (inkl. USt) minus der Umsatzsteuer (19% oder 7%), minus Erlösminderungen wie z.B. Skonto, Rabatte.

Preis einschließlich Umsatzsteuer (Brutto)

./.

19 % Umsatzsteuer oder 7 % Umsatzsteuer

./.

Skonto, sonstige Rabatte

./.

Zuschüsse

./.

Investitionsabzugsbetrag (IAB)

=

Netto-Anschaffungskosten


Besonderheit Einlagewert

Handelt es sich bei dem GWG um eine Einlage aus dem Privatvermögen in das Betriebsvermögen, darf nicht vom ursprünglichen Preis ausgegangen werden.

In diesem Fall ist eine Schätzung des Einlagewerts (Teilwert) zu empfehlen.

Die Richtschnur dabei: "Was würde ein Käufer noch für den Gegenstand bezahlen".


So erfasst du ein GWG in Lexware Office

Erfasse einen Ausgabenbeleg über die Anschaffung auf die Kategorie "Geringwertige Wirtschaftsgüter":

Beim Speichern wirst du von Lexware Office gefragt, ob du die Ausgabe auch als Anlage abschreiben möchten - bitte bestätige das:

Anschließend kannst du das GWG in deinem Anlagenverzeichnis erfassen und als Sofortabschreibung behandeln. Anlage und Ausgabenbeleg stehen dann im direkten Verhältnis zueinander.

Wähle als Anlagetyp "Geringwertige Wirtschaftsgüter" aus:

💡 Es ist wichtig darauf zu achten, dass bei Erfassung des Beleges, sowie nach Weiterleitung ins Anlagenverzeichnis die Kategorie und der Anlagetyp übereinstimmen:

Belegerfassung: Kategorie "Geringwertige Wirtschaftsgüter"

Anlagenverzeichnis: Anlagetyp "Geringwertige Wirtschaftsgüter"

Solltest du auf der Rechnung für das GWG weitere Belegpositionen vorfinden, wie z.B. die Ausgabe für Druckerpapier, müssen hier zwei Belege erfasst werden, da eine Split-Buchung bei Verwendung einer Anlagenkategorie nicht zugelassen wird.

Du kannst dann das Belegbild zweimal hochladen und den Ausgabenbeleg für das GWG und einen weiteren Ausgabenbeleg für das Druckerpapier mit der Kategorie "Bürobedarf" in entsprechender Höhe erfassen.


Sammelposten / Poolabschreibung

Wurden selbständig nutzbare geringwertige Anlagegüter angeschafft und liegen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 250 und 1.000 Euro, können sie pro Kalenderjahr in einen Sammelposten aufgenommen werden.

Ab dem Jahr der Anschaffung muss der Sammelposten linear mit jeweils einem Fünftel aufgelöst werden.

Bei der Poolabschreibung ist es nicht zulässig, einzelne Anlagegüter direkt als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) sofort abzuschreiben und andere Anlagegüter in den Pool aufzunehmen. Die Regelung gilt immer für ein Kalenderjahr.

In Lexware Office gibt es aktuell keine Möglichkeit, um die Poolabschreibung abzubilden. Sie können die Werte der Einnahmen-Überschussrechnung am Jahresende an unseren Partner smartsteuer übergeben und dort die Pool-Anlagengüter für das Jahr manuell erfassen.


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