Was ist der CRS-Status und was bedeutet NFE?
Wenn Sie ein Geschäftskonto eröffnen, ist das Finanzinstitut gesetzlich verpflichtet, Ihren CRS-Status zu prüfen. Der CRS (Common Reporting Standard) ist ein internationales Verfahren, das von der OECD entwickelt wurde, damit Steuerbehörden weltweit Informationen über Konten und Einkünfte austauschen können. Ziel ist es, grenzüberschreitende Steuerhinterziehung zu verhindern.
In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff NFE (Non-Financial Entity) — auf Deutsch: Nicht-Finanzinstitut. Damit ist in der Regel jedes „normale" Unternehmen gemeint, das kein Bank- oder Finanzdienstleister ist. Als Einzelunternehmer, Freiberufler oder Inhaber eines kleinen Unternehmens sind Sie in fast allen Fällen ein NFE.
Praxisbeispiel: Sie betreiben ein Softwareunternehmen mit Sitz in Deutschland. Ihre Einnahmen stammen aus Projektarbeiten und Lizenzen. Für die Bank sind Sie ein NFE — genauer gesagt ein Aktiver NFE, weil Sie aktiv eine Dienstleistung erbringen.
Welche drei CRS-Kategorien gibt es?
Es gibt drei Hauptkategorien, aus denen Sie bei der Kontoeröffnung wählen:
CRS Typ | Definition | Beispiele |
Aktiver NFE | Wenn Ihr Unternehmen mehr als 50 % der Einnahmen aus einer aktiven Geschäftstätigkeit stammen, sprich aus dem Verkauf von Produkten oder dem Erbringen von Dienstleistungen.
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Passiver NFE | Wenn Ihr Unternehmen, mehr als 50 % der Bruttoeinkünfte oder der Vermögenswerte aus passiven Einnahmen stammen. |
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Passiver NFE (Investmentunternehmen Typ B) | Ihr Unternehmen investiert primär in Anlageinstrumente. Bezieht sich auf eine bestimmte Kategorie von Nicht-Finanzinstituten (NFE), die Einkommen aus passiven Investitionen generieren. |
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Warum die CRS-Angabe Ihr Konto schützt
Banken und Finanzinstitute sind gesetzlich verpflichtet, die steuerliche Ansässigkeit ihrer Kunden zu überprüfen. Konkret bedeutet das für Sie:
Keine Angabe: Die Bank darf Ihr Geschäftskonto nicht vollständig eröffnen oder ist gezwungen, ein bestehendes Konto zu sperren.
Falsche Angabe: Fehlerhafte Meldungen an die Steuerbehörden können unangenehme Rückfragen des Finanzamts nach sich ziehen.
Korrekte Angabe: Sie erfüllen alle internationalen Compliance-Richtlinien und können Ihr Geschäftskonto reibungslos nutzen.
Hinweis: Sie sind gesetzlich verpflichtet, Lexware Office innerhalb von 30 Tagen zu informieren, falls sich Ihre steuerliche Ansässigkeit ändert, zum Beispiel durch einen Umzug ins Ausland.
So hinterlegen Sie Ihren CRS-Status in Lexware Office
Das Lexware Geschäftskonto wird von der Solaris SE geführt. Als lizenziertes Finanzinstitut benötigt die Solaris SE Ihre steuerlichen Angaben. Lexware Office fragt diese Informationen direkt während der Kontoeröffnung digital ab.
Starten Sie den Prozess zur Eröffnung des Lexware Geschäftskontos in der Software.
Navigieren Sie zu dem Schritt, in dem die steuerlichen Daten abgefragt werden.
Wählen Sie aus der angezeigten Liste Ihre passende Kategorie aus. In den meisten Fällen ist das „Aktiver NFE".
Bestätigen Sie Ihre Auswahl über die entsprechende Schaltfläche, um die Daten sicher an die Solaris SE zu übermitteln.
Häufige Fragen zum CRS-Status
Muss ich als Einzelunternehmer auch eine CRS-Kategorie angeben?
Ja, auch als Einzelunternehmen oder selbstständige Person müssen Sie eine CRS-Kategorie angeben. Diese gesetzliche Pflicht gilt für alle Unternehmensformen, die ein Geschäftskonto eröffnen möchten.
So machen Sie es:
Aktives Geschäft: Wenn Sie Dienstleistungen erbringen oder Waren verkaufen, fallen Sie in der Regel unter den Status „Aktiver NFE“.
Was mache ich, wenn ich mir bei der Auswahl der CRS-Kategorie unsicher bin?
Wenn Sie sich bei der Auswahl der richtigen CRS-Kategorie unsicher sind, ist Ihre Steuerberatung die beste Anlaufstelle. Gerade wenn Ihr Unternehmen Einnahmen aus verschiedenen Quellen erzielt, kann die Einschätzung der 50-Prozent-Grenze herausfordernd sein.
Rechtssicherheit: Lexware Office darf aus gesetzlichen Gründen keine steuerliche Beratung anbieten.
Lösung: Wenden Sie sich an Ihre Steuerkanzlei. Diese hilft Ihnen dabei, die Einstufung rechtssicher und schnell vorzunehmen, sodass Sie entspannt weiterarbeiten können.
Warum fragt mich die Bank zusätzlich nach meiner ausländischen Steuernummer?
Die Bank fragt Sie nach Ihrer ausländischen Steuernummer, um grenzüberschreitende Steuerpflichten transparent zu machen. Das CRS-Verfahren dient dem internationalen Datenaustausch.
Gesetzliche Vorgaben: Wenn Sie in einem anderen Land steuerpflichtig sind, benötigt die Solaris SE diese Information zwingend, um alle Compliance-Vorgaben zu erfüllen.
Ihre Aufgabe: Geben Sie die Nummer immer vollständig an, wenn Sie außerhalb Deutschlands steuerlich ansässig sind.
Welche Auswirkungen hat die Kategorie „Passiver NFE Typ B" auf meine Steuern?
Die Einstufung in die Kategorie „Passiver NFE für Typ B-Investment“ kann direkte Auswirkungen auf die Höhe der Quellensteuern haben, die auf Ihre Kapitalerträge erhoben werden.
In vielen Fällen gelten reduzierte Steuersätze oder Steuerbefreiungen gemäß Doppelbesteuerungsabkommen.
Hinweis: Lexware Office darf keine steuerliche oder rechtliche Beratung durchführen. Bei Unsicherheiten empfehlen wir, eine Steuerkanzlei oder einen Experten für internationale Steuervorschriften zu konsultieren.
Brauchen Sie weitere Unterstützung?
Sollte Ihre zutreffende Kategorie nicht dabei sein, kontaktieren Sie bitte unseren Banking-Support unter banking@lexware.de.